Woher kommt der Maibaum?

Das Maibaumstellen ist ein weitverbreitetes Brauchtum- auch in Arnsgrün wird diese Tradition jährlich zum Vorabend des 1. Mai gepflegt.

Was ist ein Maibaum?

„Als Maibaum wird ein geschmückter Baum oder Baumstamm bezeichnet. Dieser wird nach altem Brauch je nach Region entweder am 1. Mai oder auch schon am Vorabend zum 1. Mai aufgestellt. In vielen Gegenden […] wird der Baumstamm feierlich auf dem Dorfplatz aufgerichtet.“

„Der Baum wird am oberen Ende zumeist von einem Kranz und der grünen Baumspitze gekrönt. Dieser wird entweder jedes Jahr neu gefällt oder es findet über mehrere Jahre hinweg derselbe Stamm Verwendung, bei dem dann lediglich die Krone ausgetauscht wird.“

In Arnsgrün wird der Stamm meist über mehrere Jahre verwendet. Wird ein neuer benötigt, so stammt der Baum meist aus den umliegenden Wäldern, wird im Winter bereits geerntet und im Frühling entrindet.
Der Kranz und die Girlande werden jährlich frisch gebunden, sie werden bereits einige Tage vor dem Maibaumstellen aus Grünschnitt von Lebensbäumen gefertigt und dann von Kindern mit bunten Bändern geschmückt. Als Spitze wird eine junge, grüne Birke angebracht.

Entstehung & Entwicklung

„Die Herkunft des Maibaums und dessen Brauchtum ist umstritten. Vermutlich liegt sein Ursprung bereits bei den alten Germanen und deren Verehrung diverser Waldgottheiten. […]
Die heutige Form des Maibaums, ein hoher Stamm mit belassener grüner Spitze und Kranz, ist seit dem 16. Jahrhundert überliefert. Ab dem 19. Jahrhundert kam er dann auch als Ortsmaibaum für die selbstständigen Gemeinden auf, auch als Zeichen ihres Selbstbewusstseins. Im Laufe der Zeit ist aber ein stark lokales Brauchtum entstanden, welches sich oft schon von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet.“

Bedeutung

„Nach 1945 lebt die Maibaumtradition wieder neu auf, besonders stark in Hessen und Nordbayern. Gewerkschaften setzten sich sehr schnell wieder […] für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit unter dem […] Maibaum ein. Bei der weniger politisch eingestellten ländlichen Bevölkerung lebte der Brauch auch wieder neu auf – mit der […] Vorstellung, dass der Baum Wachstum, Fruchtbarkeit und Glück in wirtschaftlicher Hinsicht beschwören möge bzw. Unheil wie Blitz, Hagel und Ungeziefer bannen mag.“

„So verweist das auch heute noch beliebte Maibaumstehlen auf die heidnischen Wurzeln des Brauchs und auf die Nacht vor dem 1. Mai, welche als Hexen- oder Walpurgisnacht bekannt ist. Diese Nacht war ursprünglich die Nacht der Vorbereitung auf den Beginn des Frühlings, in der die Ablösung der Jahreszeit zelebriert [wird] und in der alle dem neuen Wachstum entgegenstehenden bösen Mächte gebannt werden sollten.“

Brauchtum

„Mit der Zeit haben sich verschiedene Bräuche rund um den Maibaum herausgebildet:

  • Mit dem Aufstellen des Maibaums ist oft ein Dorf- bzw. Stadtfest verbunden, welches in der Regel am 30. April, am 1. Mai oder an Pfingsten stattfindet. Je nach Region wird direkt vor dem Aufstellen der Baum in einer Prozession durchs Dorf getragen. Das Ziel ist zumeist ein zentraler Platz, z. B. der Marktplatz […]. Der Maibaum bleibt je nach Tradition bis zum Monatsende, mancherorts aber auch bis zum Herbst stehen. Anschließend wird der Baum entweder abgeschmückt und der Stamm für das nächste Jahr eingelagert oder im Rahmen eines Festes umgehauen, wobei das Holz dann meistbietend versteigert oder verlost wird.
  • Ein weiterer Brauch ist das gegenseitige Stehlen des Maibaumes benachbarter Dörfer. Deshalb wird dieser in der Nacht vor dem Aufstellen häufig von jungen Männern bewacht. Regional ist das Brauchtum verschieden: In einigen Gegenden muss der Wächter bei der Annäherung von Fremden eine Hand am ungefällten Baum haben. Schaffen es die Diebe drei Spatenstiche am Baum zu setzen, gilt dieser als gestohlen. […] Die Auslösung gestohlener Bäume erfolgt in der Regel mittels Naturalien. Sofern die Rückgabeverhandlungen erfolgreich waren, wird der Baum meistens in einer feierlichen Prozession von den Dieben zum Eigentümer zurückgebracht. Wenn der Maibaum nicht ausgelöst wird, stellen ihn die Diebe oftmals als Trophäe in ihrem Ort auf. […]“

Das Maibaumstehlen ist auch in der Umgebung Brauchtum und wird von einigen jungen Männern ausgeführt. Leider geschehen jedoch öfter  strafbaren Handlungen, die das Brauchtum weit überschreiten und ein schlechtes Bild entstehen lassen- wie etwa das vorherige Abbrennen benachbarter Hexenfeuer oder das Umsägen eines bereits aufgestellten Maibaums in der folgenden Nacht.

In Arnsgrün ist das Maibaumstellen am 30. April mit einem Dorffest verbunden. Der ⇒ Feuerwehrverein veranstaltet dieses im Sinne der „Heimat- und Traditionspflege“. Der Baum wird meist mit technischer Unterstützung an den „zentralen Platz“ des Dorfes am Feuerwehrgerätehaus gebracht, wo sich eine feste Verankerung für den Maibaum befindet. Vor Ort werden Kranz, Girlande und grüne Spitze angebracht.
Die Aufrichtung erfolgt mit purer Muskelkraft- unter Zuhilfenahme dreier Stangenpaare wird der Maibaum dann schrittweise in die Senkrechte gedrückt.

Verbunden mit dem Maibaumstellen ist in Arnsgrün auch das Brauchtum der Walpurgisnacht („Hexenbrennen“). Im Verlauf des Abends ziehen die Kinder mit ihren Fackeln und Lampions durch den Ort zur Anhöhe hinter dem Gasthaus Müller. Dort wird das im Vorhinein errichtete „Hexenfeuer“ entzündet, ein großer Haufen aus Grünschnitt mit einer Strohhexe auf der Spitze. Mit dem Abbrennen sollen symbolisch „die Ablösung der Jahreszeit zelebriert alle […] bösen Mächte gebannt werden.“

 

Quellen:

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